Eine Krebsdiagnose stellt das Leben auf den Kopf. Der bevorstehende Haarverlust durch die Chemotherapie ist dabei eine zusätzliche Belastung, die viele unterschätzen. Dieser Ratgeber zeigt dir Schritt für Schritt, wie du dich vorbereiten kannst – praktisch, emotional und organisatorisch.
Eine Krebsdiagnose ist mit sehr vielen Sorgen und Ängsten verbunden. Vielleicht macht es dir Mut, dass bereits viele vor dir diesen Weg erfolgreich bewältigt haben. Eine – wenn auch vergleichsweise kleine – Sorge können wir dir nehmen: die Angst, dass man dir die Krankheit am Haarausfall sofort ansieht.
Für viele Frauen ist der Haarverlust durch die Chemotherapie fast genauso belastend wie die Diagnose selbst. Das Haar trägt so stark zur äußerlichen Persönlichkeit bei, dass sein Verlust sich anfühlen kann wie ein Verlust von Identität und Weiblichkeit. Diese Gefühle sind völlig normal – und genau deshalb ist es so wichtig, dich frühzeitig auf diese Situation vorzubereiten.
„Ich hatte vor circa vier Wochen meine Brustkrebsdiagnose bekommen. Da Haare schon sehr stark zum optischen Wohlfühlbild beitragen, war für mich klar: Ich möchte eine Perücke. Das ging super schnell – und jetzt bin ich hier.“ – Jeanette, Softwareentwicklerin, Brustkrebsdiagnose
Dieser Beitrag soll dir helfen, die kommende Zeit besser einzuordnen und die richtigen Schritte zum richtigen Zeitpunkt zu gehen. Nicht alles auf einmal – sondern Schritt für Schritt, in deinem Tempo.
Warum Chemotherapie zu Haarausfall führt
Bei einer Chemotherapie werden Substanzen eingesetzt – sogenannte Zytostatika – die gezielt schnell teilende Zellen angreifen. Das ist ihr Zweck: Krebszellen teilen sich besonders schnell und sollen durch diese Medikamente zerstört werden.
Das Problem: Auch die Zellen unserer Haarwurzeln teilen sich sehr schnell. Deshalb werden sie von den Zytostatika mitgetroffen, was zum Haarverlust führt. Ob, wann und in welcher Intensität deine Haare ausfallen, hängt stark von der Dosis der Medikamente und der Behandlungsdauer ab. Dein Onkologe oder deine Onkologin kann am besten einschätzen, ob und wann mit dem Haarverlust zu rechnen ist.
Gut zu wissen: Wenn dein Arzt dir ein Rezept für eine Perücke ausstellt, geht er davon aus, dass es zum Haarausfall kommen wird. Das Rezept selbst ist also schon ein guter Indikator. Und ein wichtiger erster Schritt, denn damit sicherst du dir den Zuschuss deiner Krankenkasse.
Wann fallen die Haare aus – und wie läuft das ab?
In den meisten Fällen beginnt der Haarausfall etwa 14 bis 21 Tage nach der ersten Chemotherapie-Sitzung. Von dort geht es häufig relativ schnell – manchmal innerhalb weniger Tage. Manche Frauen erleben einen schleichenden Prozess, bei anderen passiert es fast über Nacht.
Dieser Moment kann emotional sehr intensiv sein. Viele Betroffene beschreiben das Gefühl, dass etwas Endgültiges passiert – obwohl der Haarverlust bei einer Chemotherapie in der Regel vorübergehend ist. Nach Abschluss der Therapie wachsen die Haare normalerweise wieder nach, allerdings mit nur etwa einem Zentimeter pro Monat.
Die Tragedauer für eine Perücke beträgt bei Haarverlust durch Chemotherapie in der Regel 9 bis 12 Monate. Es handelt sich also um einen überschaubaren Zeitraum, in dem dir die Perücke dabei hilft, dich mit deinem äußeren Erscheinungsbild wohlzufühlen.
Unsere Erfahrung: Viele Frauen freuen sich später über das nachwachsende Haar, weil es auch ein Zeichen der Gesundung ist. Einige haben sich über die haarlose Zeit so mit einer neuen, kürzeren Frisur versöhnt, dass sie ihren neuen Look sogar genießen.
Schritt für Schritt: Die richtige Vorbereitung
Je früher du dich mit dem Thema beschäftigst, desto entspannter wird der gesamte Prozess. Vor Beginn der Therapie hast du noch die meiste Energie und Ruhe, dich mit der Auswahl auseinanderzusetzen. Außerdem haben wir die Möglichkeit, dich mit deinem Eigenhaar zu sehen – das hilft enorm bei der späteren Auswahl.
Schritt 1: Rezept ausstellen lassen
Bitte deinen Onkologen oder deine Onkologin um ein Rezept für medizinischen Haarersatz. Das ist der Grundstein für den Zuschuss deiner Krankenkasse.
Achte darauf, dass auf dem Rezept steht: eine vollständige, zum Haarverlust führende Diagnose. Auch Besonderheiten sollten vermerkt werden – zum Beispiel Allergien gegen Kunststoffe, übermäßiges Schwitzen, empfindliche oder vernarbte Kopfhaut oder eine verlängerte Therapie- und Tragedauer. Diese Details können die Höhe des Zuschusses positiv beeinflussen.
Besonders wichtig bei Langzeittherapien: Handelt es sich um eine Dauer- oder Langzeittherapie, ist es ratsam, dies gleich auf dem Rezept mit attestieren zu lassen. So kann gegebenenfalls ein höherer Zuschuss für einen längeren Zeitraum bewilligt werden.
Schritt 2: Früh Kontakt aufnehmen
Kontaktiere uns am besten vor Beginn deiner Therapie. In einem ersten Telefongespräch besprechen wir deine Situation, deine Wünsche und klären die wichtigsten Fragen – zum Beispiel zu Frisur, Farbe, Haarqualität und den Leistungen deiner Krankenkasse.
Wir sind über Telefon, WhatsApp oder E-Mail erreichbar – ganz wie es dir am angenehmsten ist. Viele unserer Kundinnen schätzen besonders die unkomplizierte Kommunikation über WhatsApp.
„Die Beratung war kompetent und sehr herzlich. Man hat sich sehr viel Zeit für mich genommen. Konnte aus einer großen Auswahl die perfekte Perücke für mich finden.“ – Stefanie W., Kundin bei Spielmann
Schritt 3: Fotos machen
Mach vor deiner Chemotherapie einige Fotos von deinen natürlichen Haaren – am besten von vorne, von der Seite und von hinten, bei Tageslicht. Diese Bilder helfen uns enorm dabei, eine Perücke zu finden, die optimal zu deinem Frisuren- und Farbtyp passt.
Schick uns die Bilder gern vorab per WhatsApp oder E-Mail. So können wir die Auswahl für deinen Termin bereits gezielt vorbereiten und du sparst Zeit und Energie.
Schritt 4: Rezeptfoto einreichen
Ein Foto von deinem Rezept genügt – darauf basierend reichen wir einen unverbindlichen Kostenvoranschlag bei deiner Krankenkasse ein. Ab diesem Moment kümmern wir uns um die gesamte Abwicklung. Du musst dich um nichts weiter kümmern.
„Ich fand es super einfach und entspannend. Ich musste nur mein Rezept als Bild zusenden und drei Perücken wurden mir zugeschickt. In dieser schwierigen Zeit musste ich mich um nichts kümmern, denn es wurde alles übernommen.“ – Ute F., Chemotherapie-Patientin
Schritt 5: Beratung und Anprobe
In einem persönlichen Termin vor Ort – plane dafür etwa 45 bis 60 Minuten ein – zeigen wir dir passende Haarersatz-Lösungen und klären alle deine Fragen. Alternativ kannst du dir auch bis zu drei Perücken auf Rezept nach Hause schicken lassen und sie in aller Ruhe anprobieren.
Wenn die Genehmigung deiner Krankenkasse vorliegt, triffst du deine Entscheidung. Individuelle Anpassungen nehmen wir selbstverständlich vor, damit du dich rundum wohlfühlst. Die Abrechnung mit deiner Krankenkasse übernehmen wir.
Worauf es bei der Auswahl wirklich ankommt
Sei offen für Veränderung
Die meisten Frauen kommen mit dem verständlichen Wunsch: „Bitte, mach dass ich so bleibe, wie ich bin! Das ist mir alles schon genug Veränderung.“ Diesen Wunsch können wir oft – aber nicht immer – erfüllen. Und manchmal ist es sogar sinnvoll, eine gewisse Veränderung bewusst zuzulassen.
Ein Beispiel: Hattest du vorher sehr lange Haare, werden diese durch die Therapie ausfallen. Auch nach der Chemotherapie wachsen die Haare nur langsam nach, sodass du irgendwann ohnehin bei einer Kurzhaarfrisur ankommen wirst. Niemand trägt die Perücke so lange, bis die Haare komplett nachgewachsen sind. Stellt sich also die Frage: Ist es vielleicht sinnvoll, diesen Schritt bereits mit der Wahl der Perücke zu gehen?
Ein anderer Gedanke: Eine abweichende Frisur kann sogar ein geschicktes Ablenkungsmanöver sein. Viele Beobachter kommen gar nicht auf den Gedanken, dass es sich um eine Perücke handelt, und fragen stattdessen nur: „Warst du beim Frisör?“
„Mein erster Gedanke war: Oh cool, ich will eine komplette Typveränderung! Dann hab ich eine Nacht drüber geschlafen und mir wurde klar – das soll etwas sein, das ich gerne trage. Und am Ende haben wir eine gefunden, die sich so angenehm angefühlt hat und einfach aussah wie meine Haare.“ – Jeanette, vor der Chemotherapie
Die Frage der Haarqualität
Chemotherapie-Patientinnen tragen ihren Haarersatz meist nicht so intensiv wie Alopezie-Betroffene, die ihrem normalen Alltag nachgehen. Während der Therapie ist die Perücke eher die Tarnkappe für die Stunden in der Öffentlichkeit – erfahrungsgemäß maximal drei bis vier Stunden am Tag.
Das bedeutet: Eine Echthaarversorgung ist nicht unbedingt notwendig. Für die übliche Tragezeit reicht häufig auch eine hochwertige Kunsthaarperücke – die zudem deutlich pflegeleichter ist und in eleganten Frisuren kommt, die kein zusätzliches Styling erfordern.
Allerdings gibt es Ausnahmen, bei denen Echthaar oder zumindest Mischhaar sinnvoller ist:
• Du möchtest deine vorherige Langhaarfrisur beibehalten – bei langem Haar, das auf der Kleidung aufliegt, härtet Kunsthaar durch die Reibung schneller aus
• Du schwitzt stark und schnell – Kunstfaser kann keine Feuchtigkeit aufnehmen und es kann zu Stauhitze kommen
• Du hast eine sehr lange Therapiephase vor dir – Mischhaar hält der längeren Beanspruchung besser stand
• Du möchtest möglichst natürlich mit den neuen Haaren arbeiten können – Echthaar lässt sich frei stylen und in verschiedene Frisuren bringen
Ein guter Vergleich für den Unterschied: Stell dir den Unterschied zwischen einem Baumwoll-T-Shirt und einem aus Synthetik vor. Bei kühlen Temperaturen merkst du kaum einen Unterschied. Aber bei Wärme oder wenn du ins Schwitzen kommst, spürst du den Vorteil der Naturfaser sofort. Ähnlich verhält es sich mit Echt- und Kunsthaar. Bedenke dabei: Du wirst mit deinem Haarersatz alle Jahreszeiten erleben.
Farbwahl: Was gut funktioniert
Ein Tipp aus unserer langjährigen Erfahrung: Da es bei einer Chemotherapie vor allem darum geht, in der Öffentlichkeit nicht aufzufallen und „in der Masse zu verschwinden“, ist es ratsam, von Extremfarben abzusehen. Sehr helles Blond, kräftiges Rot oder tiefes Schwarz ziehen Blicke auf sich – und genau das möchte man in dieser Situation meist vermeiden.
Natürliche, mittlere Töne, die deinem bisherigen Typ entsprechen, fallen am wenigsten auf. Das nahe Umfeld weiß ja ohnehin um die Situation – es geht vor allem darum, dem weitläufigen Umfeld mit einem natürlichen Erscheinungsbild begegnen zu können.
Wichtig zu wissen: Echthaarperücken werden überwiegend aus asiatischem Haar gefertigt. Da dieses Haar von Natur aus sehr dunkel ist und viele Rotpigmente enthält, lassen sich sehr helle, kühle Blondtöne oder Weißtöne im Echthaarbereich kaum realisieren. Auch Grautöne sind schwierig. In diesem Fall ist Kunsthaar oder Mischhaar oft die bessere Wahl, da die Fasern in jeder beliebigen Farbe hergestellt werden können.
Die Perücke als Tarnkappe: Warum sie so wichtig ist
Möglicherweise spielst du mit dem Gedanken, während der Therapie ganz auf Haar und damit auf eine Perücke zu verzichten. Vielleicht fühlst du dich mutig genug, mit Glatze oder mit Tüchern und Mützen durch den Alltag zu gehen. Das ist ein völlig richtiger Ansatz – und doch gibt es ein paar Dinge, die du bedenken solltest.
Der Schutzfaktor
Unsere Kopfhaare erfüllen eine wichtige Schutzfunktion: Sie schützen vor Kälte, Hitze und Sonnenbrand. Bei plötzlichem Haarverlust kann sich die Kopfhaut nicht sofort anpassen – der Kopf kühlt schnell aus, was nicht nur unangenehm ist, sondern auch das Erkältungsrisiko erhöht. Eine Perücke schützt tagsüber, eine dünne Nachtmütze – die du bei uns gratis dazu erhältst – hält dich nachts warm.
Die emotionale Sicherheit
Selbst wenn du dich heute mutig fühlst: Während einer Chemotherapie, die häufig auch Schwankungen in der Gefühlswelt mit sich bringt, bist du nicht immer gleich stark. Es werden Momente kommen, in denen du keine Motivation hast, fragenden Blicken standzuhalten oder über die Krankheit zu sprechen. Die Perücke hat dann die Funktion einer Tarnkappe: Man erkennt sie nicht, und du setzt dich nicht dem öffentlichen Druck des Nachfragens aus.
„Wenn ich die Perücke aufhabe, gibt mir das ein bisschen Sicherheit. Es wird Tage geben, an denen ich mich überhaupt nicht gerne im Spiegel sehen möchte. Und dann setzt man die Perücke auf und bekommt dieses Gefühl von davor zurück. So ein bisschen extra Selbstbewusstsein.“ – Jeanette, vor der Chemotherapie
Für besondere Momente
Vielleicht denkst du bei der Versorgung auch nur an bestimmte Situationen: größere Events, Familienfeiern oder berufliche Termine. So mancher möchte auf den Fotos nicht dauerhaft „oben ohne“ abgelichtet sein. Auch dafür ist eine Perücke ein wertvoller Begleiter.
Unsere klare Empfehlung: Besorg dir in jedem Fall eine Perücke – auch wenn du glaubst, sie vielleicht nicht oft zu brauchen. Wie du auf die neue Situation reagieren wirst, ist meist unvorhersehbar. Ein passender Haarersatz ist damit ein guter Backup-Plan.
Der erste Blick in den Spiegel: Was dich erwartet
Eines der größten Bedenken, die wir hören: „Werden alle sehen, dass es eine Perücke ist?“ Die Antwort, die uns unsere Kundinnen immer wieder bestätigen: Nein.
„Ich war der festen Überzeugung, dass man sehen wird, dass es eine Perücke ist. Ich dachte, die sehen total fake aus. Aber dann wurde mir die Perücke aufgesetzt und ich war überrascht, wie gut das aussieht. Vor allem der Ansatz und der Scheitel – das fällt wirklich nicht auf.“ – Tanisha, 23, Perückenträgerin
Medizinischer Haarersatz ist heute ein hochtechnisches Produkt. Handgeknüpfte Perücken mit einem transparenten Filmansatz im Stirnbereich erzeugen einen so natürlichen Haaransatz, dass er selbst aus nächster Nähe nicht auffällt. Der Scheitel sieht echt aus, die Haare fallen natürlich.
Ein Tipp für das erste Aufsetzen: Der Tragekomfort ist auf nackter Kopfhaut – also wenn deine Haare bereits ausgefallen sind – deutlich besser als beim Probieren mit Haaren. Beim ersten Anprobieren mit Eigenhaar kann die Perücke noch etwas „rutschig“ sitzen. Das ändert sich. Außerdem warne dich innerlich vor der ersten Veränderung im Spiegel – es ist ein ungewöhnlicher Moment, der aber schnell einem Wohlgefühl weicht.
Jeanette über den ersten Moment: „Es war nicht verkleidet. Es hat sich gleich wie ein Alltagsgegenstand angefühlt, den ich häufiger tragen könnte. Ich konnte mich gut im Spiegel ansehen und habe mich sofort wiedererkannt.“
Perücke und Krankenkasse: Das steht dir zu
Ein medizinischer Haarersatz ist verschreibungspflichtig und wird bei einer Krebserkrankung von deiner Krankenkasse als Sachleistung bezuschusst. Dafür brauchst du das Rezept deines behandelnden Arztes.
Die Höhe des Zuschusses variiert je nach Krankenkasse zum Teil erheblich. Die unterschiedlichen gesetzlichen Kassen sehen stark voneinander abweichende Regelungen vor. Besonders die Ersatzkassen bieten bei einer Tragedauer von länger als 12 Monaten höhere Bezuschussungen, während andere Kassen eher zwischen Echthaar- und Kunsthaarbedarf unterscheiden.
Bei Spielmann kümmern wir uns um alles: Als anerkannte Vertragspartner der Krankenkassen und zertifizierter Leistungserbringer reichen wir dein Rezept samt Kostenvoranschlag online ein und beschleunigen den Bewilligungsprozess. Wir informieren dich über die voraussichtliche Zuschusshöhe deiner Kasse und erklären dir die mögliche Zuzahlung. Die Abrechnung übernehmen wir komplett.
„Spielmann haben auch den ganzen Papierkram mit der Krankenkasse für mich erledigt, was eine große Erleichterung für mich war. Ich würde sie definitiv weiterempfehlen.“ – Jana, Kundin bei Spielmann
Deine Checkliste: Vorbereitung auf den Haarverlust
Hier noch einmal die wichtigsten Schritte in der Übersicht – zum Abhaken und Durchatmen:
✓ Rezept von deinem Onkologen ausstellen lassen – mit vollständiger Diagnose und Besonderheiten
✓ Fotos von deinen natürlichen Haaren machen – vorne, seitlich, hinten, bei Tageslicht
✓ Kontakt zu Spielmann aufnehmen – per Telefon, WhatsApp oder online Termin buchen
✓ Rezeptfoto zusenden – wir reichen den Kostenvoranschlag bei deiner Kasse ein
✓ Beratungstermin wahrnehmen oder Perücken nach Hause bestellen
✓ Perücke auswählen und anpassen lassen
✓ Pflegeanleitung, Shampoo und Balsam entgegennehmen – bekommst du gratis dazu
✓ Nachtmütze bereitlegen – erhältst du ebenfalls gratis
✓ Dich auf den Haarverlust vorbereiten – emotional und mit dem Wissen, dass du gewappnet bist
Eine wichtige Entscheidung: Die Haare selbst abnehmen
Viele Frauen stehen irgendwann vor der Frage: Soll ich meine Haare abrasieren, bevor sie von alleine ausfallen? Oder warte ich ab?
Unsere Erfahrung zeigt: Es ist von Vorteil, mit Beginn des Haarverlustes die Entscheidung zum Abnehmen der Haare selbst zu treffen. Das klingt zunächst radikal, hat aber einen entscheidenden psychologischen Vorteil: Du behältst die Kontrolle. Statt dem Haarverlust passiv zuzusehen, triffst du eine aktive Entscheidung.
„Wir haben uns einen Spaß daraus gemacht. Wir haben uns vorher einen Wein reingetrunken und dann hat mein Freund mir die Haare abrasiert. Das hat mir gezeigt, dass er damit umgehen kann – und dass er sich nicht vor mir ekelt. Das hat mir Kraft gegeben.“ – Mona, Chemotherapie-Patientin
Wenn du unsicher bist, gibt es verschiedene Möglichkeiten, die wir in der Beratung mit dir besprechen. Es muss nicht alles sofort passieren. Manche Frauen lassen sich zuerst eine Kurzhaarfrisur schneiden, um den Übergang sanfter zu gestalten. Andere rasieren direkt alles ab. Und wieder andere warten, bis die Haare von selbst gehen. Alle diese Wege sind richtig.
Die häufigsten Fragen vor der Chemotherapie
Muss ich mit Haarausfall rechnen?
Nicht jede Chemotherapie führt zum Haarausfall. Es hängt von den eingesetzten Medikamenten und der Dosierung ab. Wenn dein Arzt dir ein Rezept für eine Perücke ausstellt, geht er davon aus, dass es wahrscheinlich ist.
Wie finde ich die richtige Größe?
Perücken kommen in der Regel in Standardgrößen, die sich wie eine elastische Mütze deiner Kopfform anpassen. Ein innenliegender Klettverschluss im Nacken ermöglicht eine präzise Anpassung des Umfangs. Extrem kleine oder große Köpfe sind die Ausnahme.
Kann ich die Perücke auch online bestellen?
Ja! Du kannst dir bis zu drei Perücken auf Rezept oder Rechnung nach Hause schicken lassen und in Ruhe anprobieren – allein oder mit Freunden und Familie. Die Perücken, die nicht passen, schickst du einfach zurück. Viele Kundinnen schätzen diese Möglichkeit gerade in der Therapiephase, wenn die Energie für einen Besuch vor Ort fehlt.
„Als die Perücken ankamen, konnte ich sie in aller Ruhe für mich alleine anprobieren. Als ich mich für eine entschieden hatte, sendete ich die anderen zurück und legte das Rezept bei. So einfach und unkompliziert.“ – Ute F., Chemotherapie-Patientin
Wie pflege ich die Perücke?
Du erhältst bei uns eine ausführliche Pflegeanleitung zusammen mit speziellem Shampoo und Balsam – kostenfrei zu deiner Perücke dazu. Kunsthaarperücken sind besonders pflegeleicht und behalten ihre Frisur auch nach dem Waschen. Ausführliche Informationen findest du in unserem Beitrag „Kunsthaarperücke waschen: So geht’s!“
Was zahlt meine Krankenkasse?
Die Höhe variiert je nach Kasse. Wir informieren dich bereits im ersten Telefongespräch über die voraussichtliche Zuschusshöhe deiner Krankenkasse. Eine Versorgung im Kassenrahmen – also ohne eigene Zuzahlung – ist in den meisten Fällen möglich.
Fazit: Du bist nicht allein
Eine Krebsdiagnose bringt genug Veränderungen mit sich. Der bevorstehende Haarverlust muss keine zusätzliche Quelle der Angst sein – wenn du dich rechtzeitig vorbereitest. Mit einem Rezept, einem frühen Kontakt zu uns und ein paar Fotos von deinem Haar hast du den Grundstein gelegt.
Was wir dir aus über 60 Jahren Erfahrung mit auf den Weg geben möchten: Du wirst diese Phase durchstehen. Und die Perücke wird dir dabei helfen, dich in den Momenten, die es braucht, wie du selbst zu fühlen. Nicht verkleidet. Nicht fremd. Sondern als die starke Frau, die du bist.
Jeanette, nach ihrem ersten Beratungstermin: „Ich würde meiner besten Freundin raten: Lass es auf dich zukommen. Es macht Spaß, es ist schön und es fühlt sich auf jeden Fall gut an. Sei offen – man muss sich da keine Sorgen machen.“
Diagnose Krebs – auf den Haarverlust vorbereiten
Eine Krebsdiagnose stellt das Leben auf den Kopf. Der bevorstehende Haarverlust durch die Chemotherapie ist dabei eine zusätzliche Belastung, die viele unterschätzen. Dieser Ratgeber zeigt dir Schritt für Schritt, wie du dich vorbereiten kannst – praktisch, emotional und organisatorisch.
Eine Krebsdiagnose ist mit sehr vielen Sorgen und Ängsten verbunden. Vielleicht macht es dir Mut, dass bereits viele vor dir diesen Weg erfolgreich bewältigt haben. Eine – wenn auch vergleichsweise kleine – Sorge können wir dir nehmen: die Angst, dass man dir die Krankheit am Haarausfall sofort ansieht.
Für viele Frauen ist der Haarverlust durch die Chemotherapie fast genauso belastend wie die Diagnose selbst. Das Haar trägt so stark zur äußerlichen Persönlichkeit bei, dass sein Verlust sich anfühlen kann wie ein Verlust von Identität und Weiblichkeit. Diese Gefühle sind völlig normal – und genau deshalb ist es so wichtig, dich frühzeitig auf diese Situation vorzubereiten.
„Ich hatte vor circa vier Wochen meine Brustkrebsdiagnose bekommen. Da Haare schon sehr stark zum optischen Wohlfühlbild beitragen, war für mich klar: Ich möchte eine Perücke. Das ging super schnell – und jetzt bin ich hier.“ – Jeanette, Softwareentwicklerin, Brustkrebsdiagnose
Dieser Beitrag soll dir helfen, die kommende Zeit besser einzuordnen und die richtigen Schritte zum richtigen Zeitpunkt zu gehen. Nicht alles auf einmal – sondern Schritt für Schritt, in deinem Tempo.
Warum Chemotherapie zu Haarausfall führt
Bei einer Chemotherapie werden Substanzen eingesetzt – sogenannte Zytostatika – die gezielt schnell teilende Zellen angreifen. Das ist ihr Zweck: Krebszellen teilen sich besonders schnell und sollen durch diese Medikamente zerstört werden.
Das Problem: Auch die Zellen unserer Haarwurzeln teilen sich sehr schnell. Deshalb werden sie von den Zytostatika mitgetroffen, was zum Haarverlust führt. Ob, wann und in welcher Intensität deine Haare ausfallen, hängt stark von der Dosis der Medikamente und der Behandlungsdauer ab. Dein Onkologe oder deine Onkologin kann am besten einschätzen, ob und wann mit dem Haarverlust zu rechnen ist.
Gut zu wissen: Wenn dein Arzt dir ein Rezept für eine Perücke ausstellt, geht er davon aus, dass es zum Haarausfall kommen wird. Das Rezept selbst ist also schon ein guter Indikator. Und ein wichtiger erster Schritt, denn damit sicherst du dir den Zuschuss deiner Krankenkasse.
Wann fallen die Haare aus – und wie läuft das ab?
In den meisten Fällen beginnt der Haarausfall etwa 14 bis 21 Tage nach der ersten Chemotherapie-Sitzung. Von dort geht es häufig relativ schnell – manchmal innerhalb weniger Tage. Manche Frauen erleben einen schleichenden Prozess, bei anderen passiert es fast über Nacht.
Dieser Moment kann emotional sehr intensiv sein. Viele Betroffene beschreiben das Gefühl, dass etwas Endgültiges passiert – obwohl der Haarverlust bei einer Chemotherapie in der Regel vorübergehend ist. Nach Abschluss der Therapie wachsen die Haare normalerweise wieder nach, allerdings mit nur etwa einem Zentimeter pro Monat.
Die Tragedauer für eine Perücke beträgt bei Haarverlust durch Chemotherapie in der Regel 9 bis 12 Monate. Es handelt sich also um einen überschaubaren Zeitraum, in dem dir die Perücke dabei hilft, dich mit deinem äußeren Erscheinungsbild wohlzufühlen.
Unsere Erfahrung: Viele Frauen freuen sich später über das nachwachsende Haar, weil es auch ein Zeichen der Gesundung ist. Einige haben sich über die haarlose Zeit so mit einer neuen, kürzeren Frisur versöhnt, dass sie ihren neuen Look sogar genießen.
Schritt für Schritt: Die richtige Vorbereitung
Je früher du dich mit dem Thema beschäftigst, desto entspannter wird der gesamte Prozess. Vor Beginn der Therapie hast du noch die meiste Energie und Ruhe, dich mit der Auswahl auseinanderzusetzen. Außerdem haben wir die Möglichkeit, dich mit deinem Eigenhaar zu sehen – das hilft enorm bei der späteren Auswahl.
Schritt 1: Rezept ausstellen lassen
Bitte deinen Onkologen oder deine Onkologin um ein Rezept für medizinischen Haarersatz. Das ist der Grundstein für den Zuschuss deiner Krankenkasse.
Achte darauf, dass auf dem Rezept steht: eine vollständige, zum Haarverlust führende Diagnose. Auch Besonderheiten sollten vermerkt werden – zum Beispiel Allergien gegen Kunststoffe, übermäßiges Schwitzen, empfindliche oder vernarbte Kopfhaut oder eine verlängerte Therapie- und Tragedauer. Diese Details können die Höhe des Zuschusses positiv beeinflussen.
Besonders wichtig bei Langzeittherapien: Handelt es sich um eine Dauer- oder Langzeittherapie, ist es ratsam, dies gleich auf dem Rezept mit attestieren zu lassen. So kann gegebenenfalls ein höherer Zuschuss für einen längeren Zeitraum bewilligt werden.
Schritt 2: Früh Kontakt aufnehmen
Kontaktiere uns am besten vor Beginn deiner Therapie. In einem ersten Telefongespräch besprechen wir deine Situation, deine Wünsche und klären die wichtigsten Fragen – zum Beispiel zu Frisur, Farbe, Haarqualität und den Leistungen deiner Krankenkasse.
Wir sind über Telefon, WhatsApp oder E-Mail erreichbar – ganz wie es dir am angenehmsten ist. Viele unserer Kundinnen schätzen besonders die unkomplizierte Kommunikation über WhatsApp.
„Die Beratung war kompetent und sehr herzlich. Man hat sich sehr viel Zeit für mich genommen. Konnte aus einer großen Auswahl die perfekte Perücke für mich finden.“ – Stefanie W., Kundin bei Spielmann
Schritt 3: Fotos machen
Mach vor deiner Chemotherapie einige Fotos von deinen natürlichen Haaren – am besten von vorne, von der Seite und von hinten, bei Tageslicht. Diese Bilder helfen uns enorm dabei, eine Perücke zu finden, die optimal zu deinem Frisuren- und Farbtyp passt.
Schick uns die Bilder gern vorab per WhatsApp oder E-Mail. So können wir die Auswahl für deinen Termin bereits gezielt vorbereiten und du sparst Zeit und Energie.
Schritt 4: Rezeptfoto einreichen
Ein Foto von deinem Rezept genügt – darauf basierend reichen wir einen unverbindlichen Kostenvoranschlag bei deiner Krankenkasse ein. Ab diesem Moment kümmern wir uns um die gesamte Abwicklung. Du musst dich um nichts weiter kümmern.
„Ich fand es super einfach und entspannend. Ich musste nur mein Rezept als Bild zusenden und drei Perücken wurden mir zugeschickt. In dieser schwierigen Zeit musste ich mich um nichts kümmern, denn es wurde alles übernommen.“ – Ute F., Chemotherapie-Patientin
Schritt 5: Beratung und Anprobe
In einem persönlichen Termin vor Ort – plane dafür etwa 45 bis 60 Minuten ein – zeigen wir dir passende Haarersatz-Lösungen und klären alle deine Fragen. Alternativ kannst du dir auch bis zu drei Perücken auf Rezept nach Hause schicken lassen und sie in aller Ruhe anprobieren.
Wenn die Genehmigung deiner Krankenkasse vorliegt, triffst du deine Entscheidung. Individuelle Anpassungen nehmen wir selbstverständlich vor, damit du dich rundum wohlfühlst. Die Abrechnung mit deiner Krankenkasse übernehmen wir.
Worauf es bei der Auswahl wirklich ankommt
Sei offen für Veränderung
Die meisten Frauen kommen mit dem verständlichen Wunsch: „Bitte, mach dass ich so bleibe, wie ich bin! Das ist mir alles schon genug Veränderung.“ Diesen Wunsch können wir oft – aber nicht immer – erfüllen. Und manchmal ist es sogar sinnvoll, eine gewisse Veränderung bewusst zuzulassen.
Ein Beispiel: Hattest du vorher sehr lange Haare, werden diese durch die Therapie ausfallen. Auch nach der Chemotherapie wachsen die Haare nur langsam nach, sodass du irgendwann ohnehin bei einer Kurzhaarfrisur ankommen wirst. Niemand trägt die Perücke so lange, bis die Haare komplett nachgewachsen sind. Stellt sich also die Frage: Ist es vielleicht sinnvoll, diesen Schritt bereits mit der Wahl der Perücke zu gehen?
Ein anderer Gedanke: Eine abweichende Frisur kann sogar ein geschicktes Ablenkungsmanöver sein. Viele Beobachter kommen gar nicht auf den Gedanken, dass es sich um eine Perücke handelt, und fragen stattdessen nur: „Warst du beim Frisör?“
„Mein erster Gedanke war: Oh cool, ich will eine komplette Typveränderung! Dann hab ich eine Nacht drüber geschlafen und mir wurde klar – das soll etwas sein, das ich gerne trage. Und am Ende haben wir eine gefunden, die sich so angenehm angefühlt hat und einfach aussah wie meine Haare.“ – Jeanette, vor der Chemotherapie
Die Frage der Haarqualität
Chemotherapie-Patientinnen tragen ihren Haarersatz meist nicht so intensiv wie Alopezie-Betroffene, die ihrem normalen Alltag nachgehen. Während der Therapie ist die Perücke eher die Tarnkappe für die Stunden in der Öffentlichkeit – erfahrungsgemäß maximal drei bis vier Stunden am Tag.
Das bedeutet: Eine Echthaarversorgung ist nicht unbedingt notwendig. Für die übliche Tragezeit reicht häufig auch eine hochwertige Kunsthaarperücke – die zudem deutlich pflegeleichter ist und in eleganten Frisuren kommt, die kein zusätzliches Styling erfordern.
Allerdings gibt es Ausnahmen, bei denen Echthaar oder zumindest Mischhaar sinnvoller ist:
• Du möchtest deine vorherige Langhaarfrisur beibehalten – bei langem Haar, das auf der Kleidung aufliegt, härtet Kunsthaar durch die Reibung schneller aus
• Du schwitzt stark und schnell – Kunstfaser kann keine Feuchtigkeit aufnehmen und es kann zu Stauhitze kommen
• Du hast eine sehr lange Therapiephase vor dir – Mischhaar hält der längeren Beanspruchung besser stand
• Du möchtest möglichst natürlich mit den neuen Haaren arbeiten können – Echthaar lässt sich frei stylen und in verschiedene Frisuren bringen
Ein guter Vergleich für den Unterschied: Stell dir den Unterschied zwischen einem Baumwoll-T-Shirt und einem aus Synthetik vor. Bei kühlen Temperaturen merkst du kaum einen Unterschied. Aber bei Wärme oder wenn du ins Schwitzen kommst, spürst du den Vorteil der Naturfaser sofort. Ähnlich verhält es sich mit Echt- und Kunsthaar. Bedenke dabei: Du wirst mit deinem Haarersatz alle Jahreszeiten erleben.
Farbwahl: Was gut funktioniert
Ein Tipp aus unserer langjährigen Erfahrung: Da es bei einer Chemotherapie vor allem darum geht, in der Öffentlichkeit nicht aufzufallen und „in der Masse zu verschwinden“, ist es ratsam, von Extremfarben abzusehen. Sehr helles Blond, kräftiges Rot oder tiefes Schwarz ziehen Blicke auf sich – und genau das möchte man in dieser Situation meist vermeiden.
Natürliche, mittlere Töne, die deinem bisherigen Typ entsprechen, fallen am wenigsten auf. Das nahe Umfeld weiß ja ohnehin um die Situation – es geht vor allem darum, dem weitläufigen Umfeld mit einem natürlichen Erscheinungsbild begegnen zu können.
Wichtig zu wissen: Echthaarperücken werden überwiegend aus asiatischem Haar gefertigt. Da dieses Haar von Natur aus sehr dunkel ist und viele Rotpigmente enthält, lassen sich sehr helle, kühle Blondtöne oder Weißtöne im Echthaarbereich kaum realisieren. Auch Grautöne sind schwierig. In diesem Fall ist Kunsthaar oder Mischhaar oft die bessere Wahl, da die Fasern in jeder beliebigen Farbe hergestellt werden können.
Die Perücke als Tarnkappe: Warum sie so wichtig ist
Möglicherweise spielst du mit dem Gedanken, während der Therapie ganz auf Haar und damit auf eine Perücke zu verzichten. Vielleicht fühlst du dich mutig genug, mit Glatze oder mit Tüchern und Mützen durch den Alltag zu gehen. Das ist ein völlig richtiger Ansatz – und doch gibt es ein paar Dinge, die du bedenken solltest.
Der Schutzfaktor
Unsere Kopfhaare erfüllen eine wichtige Schutzfunktion: Sie schützen vor Kälte, Hitze und Sonnenbrand. Bei plötzlichem Haarverlust kann sich die Kopfhaut nicht sofort anpassen – der Kopf kühlt schnell aus, was nicht nur unangenehm ist, sondern auch das Erkältungsrisiko erhöht. Eine Perücke schützt tagsüber, eine dünne Nachtmütze – die du bei uns gratis dazu erhältst – hält dich nachts warm.
Die emotionale Sicherheit
Selbst wenn du dich heute mutig fühlst: Während einer Chemotherapie, die häufig auch Schwankungen in der Gefühlswelt mit sich bringt, bist du nicht immer gleich stark. Es werden Momente kommen, in denen du keine Motivation hast, fragenden Blicken standzuhalten oder über die Krankheit zu sprechen. Die Perücke hat dann die Funktion einer Tarnkappe: Man erkennt sie nicht, und du setzt dich nicht dem öffentlichen Druck des Nachfragens aus.
„Wenn ich die Perücke aufhabe, gibt mir das ein bisschen Sicherheit. Es wird Tage geben, an denen ich mich überhaupt nicht gerne im Spiegel sehen möchte. Und dann setzt man die Perücke auf und bekommt dieses Gefühl von davor zurück. So ein bisschen extra Selbstbewusstsein.“ – Jeanette, vor der Chemotherapie
Für besondere Momente
Vielleicht denkst du bei der Versorgung auch nur an bestimmte Situationen: größere Events, Familienfeiern oder berufliche Termine. So mancher möchte auf den Fotos nicht dauerhaft „oben ohne“ abgelichtet sein. Auch dafür ist eine Perücke ein wertvoller Begleiter.
Unsere klare Empfehlung: Besorg dir in jedem Fall eine Perücke – auch wenn du glaubst, sie vielleicht nicht oft zu brauchen. Wie du auf die neue Situation reagieren wirst, ist meist unvorhersehbar. Ein passender Haarersatz ist damit ein guter Backup-Plan.
Der erste Blick in den Spiegel: Was dich erwartet
Eines der größten Bedenken, die wir hören: „Werden alle sehen, dass es eine Perücke ist?“ Die Antwort, die uns unsere Kundinnen immer wieder bestätigen: Nein.
„Ich war der festen Überzeugung, dass man sehen wird, dass es eine Perücke ist. Ich dachte, die sehen total fake aus. Aber dann wurde mir die Perücke aufgesetzt und ich war überrascht, wie gut das aussieht. Vor allem der Ansatz und der Scheitel – das fällt wirklich nicht auf.“ – Tanisha, 23, Perückenträgerin
Medizinischer Haarersatz ist heute ein hochtechnisches Produkt. Handgeknüpfte Perücken mit einem transparenten Filmansatz im Stirnbereich erzeugen einen so natürlichen Haaransatz, dass er selbst aus nächster Nähe nicht auffällt. Der Scheitel sieht echt aus, die Haare fallen natürlich.
Ein Tipp für das erste Aufsetzen: Der Tragekomfort ist auf nackter Kopfhaut – also wenn deine Haare bereits ausgefallen sind – deutlich besser als beim Probieren mit Haaren. Beim ersten Anprobieren mit Eigenhaar kann die Perücke noch etwas „rutschig“ sitzen. Das ändert sich. Außerdem warne dich innerlich vor der ersten Veränderung im Spiegel – es ist ein ungewöhnlicher Moment, der aber schnell einem Wohlgefühl weicht.
Jeanette über den ersten Moment: „Es war nicht verkleidet. Es hat sich gleich wie ein Alltagsgegenstand angefühlt, den ich häufiger tragen könnte. Ich konnte mich gut im Spiegel ansehen und habe mich sofort wiedererkannt.“
Perücke und Krankenkasse: Das steht dir zu
Ein medizinischer Haarersatz ist verschreibungspflichtig und wird bei einer Krebserkrankung von deiner Krankenkasse als Sachleistung bezuschusst. Dafür brauchst du das Rezept deines behandelnden Arztes.
Die Höhe des Zuschusses variiert je nach Krankenkasse zum Teil erheblich. Die unterschiedlichen gesetzlichen Kassen sehen stark voneinander abweichende Regelungen vor. Besonders die Ersatzkassen bieten bei einer Tragedauer von länger als 12 Monaten höhere Bezuschussungen, während andere Kassen eher zwischen Echthaar- und Kunsthaarbedarf unterscheiden.
Bei Spielmann kümmern wir uns um alles: Als anerkannte Vertragspartner der Krankenkassen und zertifizierter Leistungserbringer reichen wir dein Rezept samt Kostenvoranschlag online ein und beschleunigen den Bewilligungsprozess. Wir informieren dich über die voraussichtliche Zuschusshöhe deiner Kasse und erklären dir die mögliche Zuzahlung. Die Abrechnung übernehmen wir komplett.
„Spielmann haben auch den ganzen Papierkram mit der Krankenkasse für mich erledigt, was eine große Erleichterung für mich war. Ich würde sie definitiv weiterempfehlen.“ – Jana, Kundin bei Spielmann
Deine Checkliste: Vorbereitung auf den Haarverlust
Hier noch einmal die wichtigsten Schritte in der Übersicht – zum Abhaken und Durchatmen:
✓ Rezept von deinem Onkologen ausstellen lassen – mit vollständiger Diagnose und Besonderheiten
✓ Fotos von deinen natürlichen Haaren machen – vorne, seitlich, hinten, bei Tageslicht
✓ Kontakt zu Spielmann aufnehmen – per Telefon, WhatsApp oder online Termin buchen
✓ Rezeptfoto zusenden – wir reichen den Kostenvoranschlag bei deiner Kasse ein
✓ Beratungstermin wahrnehmen oder Perücken nach Hause bestellen
✓ Perücke auswählen und anpassen lassen
✓ Pflegeanleitung, Shampoo und Balsam entgegennehmen – bekommst du gratis dazu
✓ Nachtmütze bereitlegen – erhältst du ebenfalls gratis
✓ Dich auf den Haarverlust vorbereiten – emotional und mit dem Wissen, dass du gewappnet bist
Eine wichtige Entscheidung: Die Haare selbst abnehmen
Viele Frauen stehen irgendwann vor der Frage: Soll ich meine Haare abrasieren, bevor sie von alleine ausfallen? Oder warte ich ab?
Unsere Erfahrung zeigt: Es ist von Vorteil, mit Beginn des Haarverlustes die Entscheidung zum Abnehmen der Haare selbst zu treffen. Das klingt zunächst radikal, hat aber einen entscheidenden psychologischen Vorteil: Du behältst die Kontrolle. Statt dem Haarverlust passiv zuzusehen, triffst du eine aktive Entscheidung.
„Wir haben uns einen Spaß daraus gemacht. Wir haben uns vorher einen Wein reingetrunken und dann hat mein Freund mir die Haare abrasiert. Das hat mir gezeigt, dass er damit umgehen kann – und dass er sich nicht vor mir ekelt. Das hat mir Kraft gegeben.“ – Mona, Chemotherapie-Patientin
Wenn du unsicher bist, gibt es verschiedene Möglichkeiten, die wir in der Beratung mit dir besprechen. Es muss nicht alles sofort passieren. Manche Frauen lassen sich zuerst eine Kurzhaarfrisur schneiden, um den Übergang sanfter zu gestalten. Andere rasieren direkt alles ab. Und wieder andere warten, bis die Haare von selbst gehen. Alle diese Wege sind richtig.
Die häufigsten Fragen vor der Chemotherapie
Muss ich mit Haarausfall rechnen?
Nicht jede Chemotherapie führt zum Haarausfall. Es hängt von den eingesetzten Medikamenten und der Dosierung ab. Wenn dein Arzt dir ein Rezept für eine Perücke ausstellt, geht er davon aus, dass es wahrscheinlich ist.
Wie finde ich die richtige Größe?
Perücken kommen in der Regel in Standardgrößen, die sich wie eine elastische Mütze deiner Kopfform anpassen. Ein innenliegender Klettverschluss im Nacken ermöglicht eine präzise Anpassung des Umfangs. Extrem kleine oder große Köpfe sind die Ausnahme.
Kann ich die Perücke auch online bestellen?
Ja! Du kannst dir bis zu drei Perücken auf Rezept oder Rechnung nach Hause schicken lassen und in Ruhe anprobieren – allein oder mit Freunden und Familie. Die Perücken, die nicht passen, schickst du einfach zurück. Viele Kundinnen schätzen diese Möglichkeit gerade in der Therapiephase, wenn die Energie für einen Besuch vor Ort fehlt.
„Als die Perücken ankamen, konnte ich sie in aller Ruhe für mich alleine anprobieren. Als ich mich für eine entschieden hatte, sendete ich die anderen zurück und legte das Rezept bei. So einfach und unkompliziert.“ – Ute F., Chemotherapie-Patientin
Wie pflege ich die Perücke?
Du erhältst bei uns eine ausführliche Pflegeanleitung zusammen mit speziellem Shampoo und Balsam – kostenfrei zu deiner Perücke dazu. Kunsthaarperücken sind besonders pflegeleicht und behalten ihre Frisur auch nach dem Waschen. Ausführliche Informationen findest du in unserem Beitrag „Kunsthaarperücke waschen: So geht’s!“
Was zahlt meine Krankenkasse?
Die Höhe variiert je nach Kasse. Wir informieren dich bereits im ersten Telefongespräch über die voraussichtliche Zuschusshöhe deiner Krankenkasse. Eine Versorgung im Kassenrahmen – also ohne eigene Zuzahlung – ist in den meisten Fällen möglich.
Fazit: Du bist nicht allein
Eine Krebsdiagnose bringt genug Veränderungen mit sich. Der bevorstehende Haarverlust muss keine zusätzliche Quelle der Angst sein – wenn du dich rechtzeitig vorbereitest. Mit einem Rezept, einem frühen Kontakt zu uns und ein paar Fotos von deinem Haar hast du den Grundstein gelegt.
Was wir dir aus über 60 Jahren Erfahrung mit auf den Weg geben möchten: Du wirst diese Phase durchstehen. Und die Perücke wird dir dabei helfen, dich in den Momenten, die es braucht, wie du selbst zu fühlen. Nicht verkleidet. Nicht fremd. Sondern als die starke Frau, die du bist.
Jeanette, nach ihrem ersten Beratungstermin: „Ich würde meiner besten Freundin raten: Lass es auf dich zukommen. Es macht Spaß, es ist schön und es fühlt sich auf jeden Fall gut an. Sei offen – man muss sich da keine Sorgen machen.“